Eltern-Kind-Brücke e.V.

staatlich anerkannte Vermittlungsstelle für Auslandsadoptionen

Das 10. Nativeland Visit Programme 2026 in Thailand

Vom 20. bis 25. Juli 2026 fand in Bangkok das 10. Nativeland Visit Programme statt. Die Eltern-Kind-Brücke war durch eine Mitarbeiterin vertreten, die das Programm vor Ort begleitete, persönliche Anliegen von Familien aufgriff und den fachlichen Austausch mit den thailändischen Partnerstellen pflegte. Die Teilnahme bot zugleich die Möglichkeit, bestehende Kontakte zu vertiefen, aktuelle Informationen rund um die Auslandsadoption aus erster Hand zu erhalten und wichtige Themen für die weitere Begleitung von Adoptivfamilien und Adoptierten mitzunehmen. Die persönliche Präsenz vor Ort und der kontinuierliche Austausch mit den zuständigen Stellen in Thailand sind für die EKB wichtige Bestandteile einer langfristigen und verlässlichen Begleitung von Adoptivfamilien und Adoptierten.

Für die teilnehmenden Familien und Adoptierten bot das Programm die besondere Gelegenheit, Thailand nicht nur als Land kennenzulernen, sondern auch persönliche Spuren der eigenen Geschichte zu entdecken, kulturelle Wurzeln zu erleben und neue Verbindungen zum Herkunftsland entstehen zu lassen. Zugleich bot die gemeinsame Reise Raum, andere Familien und Adoptierte kennenzulernen, Erfahrungen miteinander zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen.

Eine intensive und besondere Woche

Nach der Ankunft begann eine erlebnisreiche und intensive Zeit mit vielen besonderen Begegnungen und Eindrücken. Das vielseitig gestaltete Programm bot den Teilnehmenden nicht nur einen Einblick in die thailändische Kultur und Geschichte, sondern eröffnete insbesondere den Adoptierten die Möglichkeit, sich mit ihrem Herkunftsland und der eigenen Adoptionsgeschichte auseinanderzusetzen. Von besonderer Bedeutung waren die Besuche an Orten, die mit der persönlichen Herkunft der Adoptierten verbunden sind, sowie die Begegnungen mit Mitarbeitenden der Kinderheime. Diese waren mit großer Sorgfalt vorbereitet. Teilweise wurden persönliche Botschaften ehemaliger Nannys und Fotos aus der frühen Kindheit der Adoptierten überreicht. Für viele Teilnehmende waren dies sehr persönliche und emotionale Momente.

Grüße und Erinnerungen für die Kinderheime

Im Vorfeld des Programms hatten Familien Grußkarten, Fotoalben und persönliche Nachrichten für die jeweiligen Kinderheime mitgegeben. Diese konnten im Rahmen der Besuche persönlich überreicht werden. Besonders berührend war zu erleben, dass sich Mitarbeitende auch nach vielen Jahren noch an einzelne Kinder erinnern konnten. Trotz der vergangenen Zeit und der großen räumlichen Entfernung ist vielerorts eine Verbindung geblieben.

Die Kinder sind nicht vergessen.

Die Kinderheime freuen sich sehr über Rückmeldungen aus dem Leben der ehemaligen Kinder. Dabei müssen es keine großen Ereignisse sein. Auch kleine Einblicke in den Alltag, Fotos oder persönliche Grüße werden mit großer Herzlichkeit aufgenommen und bedeuten den Mitarbeitenden vor Ort viel. Solche Rückmeldungen tragen dazu bei, die Verbindung zwischen den Adoptierten, ihren Familien und den Einrichtungen in Thailand auch über viele Jahre hinweg aufrechtzuerhalten.

Internationale Konferenz zur Auslandsadoption

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Reise war die internationale Konferenz am 21. Juli 2026, an der Vertreter:innen von Auslandsadoptionsstellen aus 19 Ländern teilnahmen. Der internationale Austausch eröffnete neue Perspektiven auf aktuelle Themen der Auslandsadoption. Im Rahmen der Konferenz wurden auch die rechtlichen und fachlichen Grundlagen internationaler Adoptionen thematisiert. Internationale Adoptionen finden in einem klar geregelten und sorgfältig begleiteten Verfahren statt, bei dem der Schutz und das Wohl des Kindes im Mittelpunkt stehen. Von zentraler Bedeutung ist dabei das Subsidiaritätsprinzip: Zunächst wird geprüft, ob für ein Kind eine geeignete und dauerhafte Perspektive im Herkunftsland gefunden werden kann. Ein besonderer Schwerpunkt der Konferenz lag darüber hinaus auf den sogenannten Post-Adoption Services, also auf Unterstützungs- und Begleitangeboten für Adoptierte und ihre Familien nach Abschluss der Adoption. Darüber hinaus wurden wichtige allgemeine Informationen unter anderem zur thailändischen ID-Card sowie zum Militärdienst vermittelt.

Persönliche Anliegen und herzliche Grüße aus Thailand

Während des Aufenthalts konnten außerdem persönliche Anliegen von Familien vor Ort angesprochen und teilweise geklärt werden. Individuelle und vertrauliche Themen werden selbstverständlich direkt und persönlich mit den betreffenden Familien besprochen. Herzliche Grüße wurden auch von Frau Voraporn vom TRC sowie aus dem Pattaya Kinderheim übermittelt. Frau Voraporn zeigte sich von den mitgebrachten Aufmerksamkeiten sehr berührt. Obwohl sie in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen wird, möchte sie den Kindern weiterhin verbunden bleiben, für sie da sein und unterstützen, wo immer es möglich ist. Die Kinder liegen ihr auch nach vielen Jahren weiterhin sehr am Herzen. Die persönlichen Begegnungen vor Ort haben erneut gezeigt, wie wertvoll gewachsene und vertrauensvolle Beziehungen zwischen den beteiligten Stellen sind. Die Pflege dieser Kontakte ermöglicht kurze Wege im Austausch und kann insbesondere dann von Bedeutung sein, wenn Adoptierte oder ihre Familien zu einem späteren Zeitpunkt Fragen zu ihrer Geschichte oder Herkunft haben.

Empfang bei Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn

Ein besonderer Höhepunkt des Programms war die Begegnung mit Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn im Palast. Für die teilnehmenden Familien und Adoptierten war dies ein außergewöhnlicher und eindrucksvoller Moment. Einige Familien hatten persönliche Geschenke mitgebracht, die Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn persönlich entgegennahm. Zudem bestand die besondere Gelegenheit, gemeinsam mit ihr Erinnerungsfotos aufzunehmen. Die besondere Atmosphäre dieser Begegnung wird vielen Teilnehmenden sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Begegnungen und Erinnerungen, die bleiben

Das Nativeland Visit Programme 2026 bot zahlreiche Möglichkeiten für Begegnungen, Gespräche und persönlichen Austausch. Viele Familien konnten sich im Rahmen der Reise auch untereinander näher kennenlernen. Für die teilnehmenden Familien bleiben hoffentlich viele schöne und besondere Erinnerungen an diese Reise. Für die Adoptierten kann eine solche Erfahrung ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Sie kann neue Gedanken und Fragen anstoßen, neue Perspektiven auf die eigene Geschichte eröffnen oder ein Stück mehr Verbindung zum Herkunftsland ermöglichen. Auch über eine solche Reise hinaus versteht die EKB die Begleitung von Adoptivfamilien und Adoptierten als langfristige Aufgabe. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Familien sowie die kontinuierliche Pflege der Kontakte zu den Partnerstellen im Herkunftsland bilden dafür eine wichtige Grundlage. Persönliche Begegnungen und der direkte Austausch vor Ort helfen dabei, gewachsene Verbindungen zu erhalten, aktuelle Entwicklungen im Blick zu behalten und Familien und Adoptierten auch viele Jahre nach einer Adoption als verlässliche Anlaufstelle zur Seite zu stehen.

Vielleicht macht das 10. Nativeland Visit Programme 2026 auch weiteren Familien und Adoptierten Mut, bei einem zukünftigen Programm dabei zu sein.