Auslandsadoption - Noch notwendig? Noch angemessen?

Von jeher war Adoption/Auslandsadoption in vielen Ländern üblich, aber auch sehr heterogen diskutiert. Für die einen ist es ein schambesetztes Stigma, Kinder weggeben zu müssen, und dann auch noch in fremde Länder, für die anderen zählt die Notwendigkeit einer liebevollen Familienerziehung in Geborgenheit und Schutz viel mehr als jedes Stigma. Noch nie wussten wir besser als heute, was Kinder fü eine gesunde Entwicklung alles brauchen. Und trotzdem wird vielen von ihnen eine viel zu lange Odyssee zugemutet, bis sie endlich ihren neuen Hafen finden können. Dies bedeutet gleichzeitig, dass der Rucksack, den die Kinder bei Vermittlung mitbringen, oft schon randvoll gefüllt ist mit wechselnden Erfahrungen. Dies wiederum verlangt von den aufnehmenden Eltern intensive und gute Vorbereitung, aber auch bedingungslose Liebe und viel Einfühlungsvermögen. Kinder haben ein Recht auf Eltern und liebevolle Zuwendung, egal wie alt sie sind. Leider gibt es immer noch viele Kinder, die ohne neue Eltern im Heim bleiben müssten und somit keinen Familienanschluss für eine sichere Zukunft erhalten würden, denn spätestens mit Volljährigkeit müssten sie ihr Heim verlassen, in den meisten Ländern ohne weitere Unterstützung. Die Sicherheiten, die wir hier in Deutschland haben, sind weltweit leider äußerst spärlich gesät. Adoption ist deshalb immer noch eine hilfreiche Alternative und für viele die letzte Chance, Eltern und eine Familie zu bekommen.

 

 

 

Auslandsadoptionsvermittlung

Eltern-Kind-Brücke e.V.  (EKB, engl. Parents-Child-Bridge) hat seit 1.Dezember 2001 die Anerkennung als eigenständige Vermittlungsstelle, hat aber bis Ende 2010 nur in Kooperation mit dem Diakonischen Werk im Rhein-Neckar-Kreis, welches schon seit mehr als 25 Jahren als staatlich anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle im Inland tätig ist, Auslandsadoptionsvermittlungen ermöglicht.

Seit 2011 arbeiten nun beide Träger in Teilbereichen unabhängig voneinander. Dies betrifft vor allem auch die Annahme von Neubewerbern, die bei Eltern-Kind-Brücke e.V. weiterhin möglich ist!

Kinder haben ein Recht auf Familie ! Wenn die leibliche Familie diesem Anspruch nicht gerecht werden kann, ist die soziale Elternschaft der geeignete Ersatz. Natürlich nach Möglichkeit im eigenen Kulturkreis. Deshalb unterstützt EKB u.a. auch Pflegefamilien im Geburtsland der Kinder (Patenschaften).

Wenn es auch aufgrund der von der Haager Konvention geforderten Subsidiarität zunehmend mehr Inlandsvermittlungen in vielen Ländern der Welt gibt, so ist es doch immer noch notwendig, nach belastbaren, liebenden Adoptiveltern aus dem Ausland zu suchen, da es immer noch verlassene Kinder gibt, die sonst keine Chance auf Familie hätten. Oft  sprechen religiöse oder ethnische Gründe gegen die Aufnahme eines Kindes in inländische Familien im Heimatland des Kindes.

Der Verein verfügt zum einen über gute Kontakte zum Ausland, zum anderen aber auch über  Eigenerfahrung und langjährige Adoptionserfahrung.

Auslandsadoption ist Einzelfallhilfe, aber dann gerechtfertigt, wenn Kinder im Herkunftsland keine Chancen mehr haben.

Grundvoraussetzung für eine gelingende Auslandsadoption zum Wohl des Kindes ist jedoch eine gute Vorbereitung der künftigen Eltern, besondere Unterstützung und professionelle Begleitung sowohl in der Vermittlungsphase als auch in späteren Konfliktsituationen. vor allem die Nachsorge nimmt einen wichtigen Stellenwert in unserer Arbeit ein, zumal auch die Herkunftsländer ein dauerhaftes Interesse am Wohlergehen "ihrer" Kinder haben.

Die Vermittlung selbst muss auf der Grundlage der Haager Konvention für Kinderschutz erfolgen.

Als staatlich zugelassene Vermittlungsstelle muss EKB (PCB) alle  fachlichen und personellen Anforderungen erfüllen, ohne dabei jedoch staatliche Zuschüsse zu erhalten, das heißt also, die gesamte Arbeit finanziert sich komplett über die Bearbeitungsgebühren.

Mit Abschluss der Adoption sind Adoptivfamilien leiblichen Familien rechtlich gleichgestellt. Allerdings haben sie aufgrund ihrer Vorgeschichte häufig einen erhöhten Beratungsbedarf und müssen die vertraglich vereinbarten Entwicklungsberichte termingerecht vorlegen. EKB ist und bleibt dafür Ansprechpartner und leitet entsprechend ans Ausland weiter.

WICHTIG:
Die Adoption beginnt mit Aufnahme des Kindes! Spätestens im Schulalter wird den Kindern ihre Herkunft bewusst und beschäftigt sie gedanklich mehr als die Eltern es sich vorstellen können, leider häufig mit entsprechender Veränderung der Verhaltensweisen.

WURZELSUCHE:

Auch dafür sind wir bei EKB Erstanlaufstelle, da wir mit den Heimatstaaten zunächst abklären müssen, ob, wann und wie eine Wurzelsuche stattfinden kann. Außerdem wünschen sich die Herkunftsländer, dass die Kinder und ihre Familien entsprechend auf die Wurzelreise und die damit oft verbundenen Herausforderungen gut vorbereitet werden. Auch nach der Wurzelreise ist eine Verarbeitung des Erlebten notwendig und hilfreich. In der Vernetzung mit anderen, in Supervisionsgruppen für die Eltern und Biografiearbeitsgruppen für die Kinder können die Erfahrungen ausgetauscht werden

Arbeitsschwerpunkte unseres Adoptionsdienstes sind Asien und Osteuropa.

Momentan haben wir die Zulassung für internationale Adoptionsvermittlungen aus dem Kulturkreis Osteuropa aus: Russische Föderation, Bulgarien, Tschechien und Polen, Lettland
sowie aus dem Kulturkreis Asien aus: Nepal, Thailand und Taiwan.